Perspektiven auf soziales Engagement, heute: Christian Deiters von „Social Startups“

Als Christian Deiters und Anton Nagatkin 2012 die Plattform „social-startups.de“ ins Leben riefen, war sie das erste Angebot dieser Art. social-startups.de wollte soziale Unternehmerinnen und Unternehmer präsentieren, das Thema stärker in die Medien bringen und andere inspirieren. Seitdem ist einiges passiert. Christian Deiters hat mir im Social Impact Lab in Frankfurt ein kurzes Interview gegeben, das ich als Audio-Datei unter dem Beitrag anfüge.  Diesen Artikel haben wir gemeinsam im Rahmen einer PR-Aktion zum fünfjährigen Bestehen der Plattform erarbeitet. Seit einigen Monaten arbeite ich ehrenamtlich bei Social Startups mit.

Fünf Jahre nach der Gründung ist die Plattform social-startups.de für viele die erste Anlaufstelle, wenn es um soziale Unternehmensgründung geht. Die von über 25 Redakteurinnen und Redakteuren selbst recherchierten Inhalte bieten einen journalistischen Mehrwert und haben die Plattform deutschlandweit bekannt gemacht.

„Unser Wunsch war es, das Thema soziales Unternehmertum im deutschsprachigen Raum hervorzuheben“, sagt Christian Deiters.

„Soziale Startups suchen Antworten auf viele Probleme unserer Zeit. Doch obwohl wir Social Entrepreneurship dringend benötigen, erhält das Thema nur wenig Aufmerksamkeit.“

Ein Foto von Christian Deiters im Social Impact Lab
Christian Deiters vor der Fotowand, an der auch er als Gründer hängt.

Soziale Unternehmerinnen und Unternehmer – das sind diese weltfremden Idealisten, oder? Verstehen solche Weltverbesserer denn überhaupt etwas von Wirtschaft? „Na, sicher“, lacht Christian Deiters. „Social Startups streben zwar in erster Linie die Lösung eines gesellschaftlichen Problems an und nicht die Gewinnmaximierung. Das Einkommen für die Mitarbeitenden und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sind aber ebenso wichtige Punkte.“ Für das Team hinter Social Startups ist das soziale Unternehmertum die Wirtschaftsform der Zukunft. Sie unterstützen Firmengründer, Initiativen und Projekte, indem sie ein reichweitenstarkes Sprachrohr bereitstellen. Neben der Vorstellung von Startups, Events und Fördermöglichkeiten finden sich ein Gründerlexikon, ein Hochschulfinder und bald auch eine selbst erstellte, interaktive Karte aller Deutschen Startups auf den Webseiten. Die Inhalte bieten Vernetzungsmöglichkeiten, Austausch und Überblick: Nicht selten erreichen auch Rechercheanfragen von Journalisten die Redaktion. Aber social-startups.de ist noch mehr. Mit der Rubrik „Start a Social Startup“ will die Plattform Neugründer unterstützen. Für 2018 ist dabei erstmals die Verleihung eines eigenen Awards geplant.

Eine Anlaufstelle für Gründer, zukünftige Gründer und Interessierte

„Zudem unterstützen wir Studierende als Sparring-Partner bei ihren Bachelor- und Masterarbeiten. Zum Thema Social Entrepreneurship halten Teammitglieder wie zum Beispiel Tamara Schiek Vorträge an Universitäten. Und bei der Gründung der Social Startups Viafrica und Mobile Solarkraftwerke Afrika halfen wir bei strategischen Fragen. Eine bis heute ganz tolle Partnerschaft, denn wir konnten den Gründer Torsten Schreiber auch für unsere Unternehmensgründung in 2013 gewinnen“, berichtet Christian Deiters. Torsten Schreiber, der ebenfalls Gründer von bettervest und Africa GreenTec ist, zählt zu den bekanntesten Social Entrepreneurs in Deutschland.

Ganz nebenbei entwickelt sich also hinter der Plattform ein Team von Experten im Bereich soziales Unternehmertum. Was viele dabei nicht wissen: Die Redakteurinnen und Redakteure sowie das Management arbeiten alle ehrenamtlich. Weil die gemeinsame Vision verbindet, klappt die Arbeit auch nebenberuflich. „Natürlich ist es manchmal zeitintensiv und stressig – durch unsere Arbeit bewegen wir aber auch viel. Und das zählt am Ende“, meint Jenny Lorbeer, die als Teamleiterin die Redaktion zusammen hält.

Foto von mir im Social Impact Lab vor einem Plakat
Kleines Fotoshooting mit Plakat – wenn wir schon mal hier sind …

Also doch jede Menge Idealisten ohne Einkommen? „In unserem Fall: Ja“, meint Christian Deiters. „Wir generieren zwar Umsatz, decken damit jedoch aktuell nur unsere Betriebskosten. Eine Vergütung aber würde ein Sponsoring voraussetzen.“ Bisher entschieden sich die Gründer zweimal bewusst gegen eine solche Förderung.

„Zwar möchten wir unsere Redakteurinnen und Redakteure gerne für ihre Mühe belohnen, aber der Förderer muss auch passen. Denn unsere oft positive Berichterstattung entspricht immer unserer persönlichen Ansicht und ist nicht käuflich.“

So ist die Plattform bis heute komplett unabhängig. Mit viel Engagement gestaltet das Team hinter social-startups.de die Inhalte und baut die Seitenangebote aus. Nach fünf Jahren ist social-startups.de etabliert, in die Szene eingebunden und zählt zu den wichtigsten Unterstützern. Mehr noch: Die Arbeit der vielen Redakteurinnen und Redakteure zieht andere mit: Im Netzwerk von social-startups.de befinden sich Unterstützer, Pressekontakte, Stiftungen, Organisatoren von Tagungen und Wettbewerben und vieles mehr. Gibt es noch Ziele für die Zukunft?

„Klar gibt es die! Wir wollen unsere Reichweite erhöhen, unser tolles Netzwerk erweitern und neue Redakteure gewinnen“, erklärt Christian Deiters. „Soziales Unternehmertum und soziales Gründen dürfen in wenigen Jahren nicht mehr die Ausnahme sein. Die Welt steht vor großen Herausforderungen – und wir werden weiterhin kräftig an der Bewältigung mitarbeiten.“

Im Audio-Interview erzählt Christian Deiters, was unter einem „Social Startup“ eigentlich zu verstehen ist, was die Ziele der Plattform sind, und wie er auf die Idee kam, selbst ein nachhaltiges Startup zu gründen.

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