Perspektiven auf soziales Engagement, heute: Erik für das „BleibGesundCamp“

Hier ist ein Bild der Teilnehmenden am BleibGesundCamp in Esslingen zu sehen. Verschiedene Gruppen von Menschen sitzen an Tischen.

Im letzten Interview erklärte Mohamed, wie der Verein MediNetz sich für eine Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung einsetzt. Auch diese Woche geht es um Gesundheit, allerdings aus einer anderen Perspektive. In diesem Interview erzählt Erik Hägele, einer der Organisatoren des BleibGesundCamps, was das Organisationsteam antreibt und motiviert. Das BleibGesundCamp ist eine ehrenamtlich organisierte, offene (Un)Konferenz, auch „Barcamp“ genannt, die seit vier Jahren in Esslingen stattfindet. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Themen rund um das Gesund Erhalten und das Gesund Werden. 

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Mehr Wertschätzung für Helfende

Hier reichen sich zwei Personen die Hände. Eine Person steht nah am Wasser.

#Wertschätzung2016. Mit diesem Schlagwort versah eine Bekannte vor kurzem einen Beitrag auf facebook. In diesem Beitrag drückte sie ihr Mitgefühl für die Mitarbeitenden einer Kinder- und Jugendhilfe aus. Deren Träger hatte den 250 Angestellten ein Teelicht als Weihnachtsgeschenk überreicht.

Was zunächst nach einer witzigen Aktion eines gemeinnützigen Trägers klingt, wirkt im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet eher zynisch. Denn Mitarbeitende von sozialen Einrichtungen und ehrenamtlich Helfende erhalten häufig von keiner Seite Anerkennung für ihre Arbeit. Nicht vom Träger, nicht von der Gesellschaft. Mehr Wertschätzung für Helfende weiterlesen

5 Tipps für Dich, wenn Du über ein Ehrenamt nachdenkst

Hier ist ein alter, nicht mehr funktionsfähiger Kaugummiautomat zu sehen, der kleine Überraschungen enthielt. Auf der Wand dahinter stehen Werbesprüche wie "Die kleinen freuden sind da drin" und "Du wirst schön staunen"

Du möchtest für einen sozialen Zweck arbeiten? Toll!

Menschen in gemeinnützigen Organisationen bringen eine unglaubliche Menge an Engagement und Begeisterung mit. Entscheidest Du Dich für eine ehrenamtliche Mitarbeit in einem gemeinnützigen Verein oder einer sozialen Initiative, wirst Du dort Leute kennen lernen, die für das, was sie ins Leben gerufen haben, brennen. Darüber hinaus gibt es vor allem in kleineren Initiativen viel diverses Wissen auf sehr kleinem Raum. Denn dort arbeiten die unterschiedlichsten Menschen intensiv zusammen. Du kannst also mit vielen Themen in Berührung kommen, die Dir bis jetzt noch nichts sagen. Der oft zitierte Blick über den eigenen Tellerrand? Nirgends ist er so greifbar wie in kleinen Organisationen voller ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen. Und der Einsatz für andere oder für einen guten Zweck kann sich sehr lohnend anfühlen.

Neben der Freiheit, vieles auszuprobieren, neue Fähigkeiten zu lernen und Ideen schnell umsetzen zu können, gibt es aber auch ein paar Punkte, die Du beachten solltest. Mit meinen Studierenden an der PH Heidelberg habe ich im Seminar vor zwei Wochen ein paar Tipps herausgearbeitet, die Dir helfen können, zu überprüfen, ob ein solches Engagement für Dich das Richtige ist. 5 Tipps für Dich, wenn Du über ein Ehrenamt nachdenkst weiterlesen

„Kannst Du nicht …?“ Der Wert der eigenen Arbeit

Hier ist eine Collage aus verschiedenen farbigen Schnipseln und Bildern zu sehen. Unter anderem kleben Schmetterlinge auf dem Bild. Die Schrift "Sei sanft zu Dir" ist zu lesen.

Ein Ziel von karmajob ist das Unterstützen von sozialen Initiativen und gemeinnützigen Vereinen. Ein weiteres ist eine Aufwertung ehrenamtlicher Arbeit durch das Finden von Finanzierungsmodellen. Während die erste Absicht, die ich mit meinen Vorhaben verfolge, sich den meisten Menschen intuitiv erschließt, erkläre ich das zweite Vorhaben gefühlt dreimal so oft. Warum denn ehrenamtliche Arbeit finanziell vergüten? Ist das dann noch Ehrenamt? Und ist das gute Gefühl, etwas für andere getan zu haben, nicht genug? Die Antwort ist „Ja, aber …“

Oft ist das Monetarisieren einer Arbeitsleistung die einzige sichtbare Wertschätzung, die wir erfahren. Unsere Vorstellung von Arbeit ist eng mit dem Lohn verknüpft, und unseren Erfolg bemessen wir an wachsenden Gehältern. So sind wir sozialisiert. „Kannst Du nicht …?“ Der Wert der eigenen Arbeit weiterlesen

„Halt den Mund und hör zu!“

Hier ist ein Stencil auf einer Wand in Passau zu sehen. Der Text lautet "Lust und Laune statt aw and Order"

Vor einigen Wochen ging es um das Laute und Leise. Um die Wichtigkeit des Teilens von guten Nachrichten. Wenn man so will, ging es um die eigene Öffentlichkeitsarbeit unter der alten PR-ler Weisheit „Tue Gutes – und rede darüber“. Heute verwirre ich meine geschätzten Leser_innen und gebe einen gegensätzlichen, aber ebenso klugen Rat weiter. Nämlich den von Ernesto Sirolli.

Ernesto Sirolli hat viele Jahre für eine italienische NGO gearbeitet und Entwicklungshilfe in Afrika geleistet. Dabei hat er die frustrierende Erfahrung gemacht, dass alle initiierten Projekte fehlschlugen. Er erklärt selbstkritisch: „Wir töteten alles, was wir anfassten!“
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Tue Gutes – und rede darüber!

Hier ist eine Zeichnung von einer Frau mit Megaphon zu sehen. Buchstaben bilden den Spruch "Seid laut"

Zum ersten Mal ist mir dieses Motto bei einem Seminar für Frauen vor sechs Jahren begegnet. Die Leiterin des Kurses ist Rhetorik-, sowie Atem-, Sprech- und Stimmtrainerin. Ich hatte das Vergnügen, gleich zwei Wochenenden an ihren Seminaren teilzunehmen. Und habe daraus einiges mitgenommen. Unter anderem gebe ich das Motto „Tue Gutes und rede darüber“ sehr gerne weiter, nicht nur an andere Frauen. Sondern vor allem an Menschen, die ehrenamtlich arbeiten oder sich für andere einsetzen.

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Frustration im Ehrenamt

Hier sind Geflüchtete aus Gambia bei einem Event in Heidelberg zu sehen. Sie haben als Projekt "Sweet Home" gekocht und richten gerade die Teller für das Essen.

Vor kurzem las ich einen Artikel über eine Flüchtlingshelferin in Österreich. Die engagierte Frau setzt sich bereits seit Jahren für Familien ein, die in Österreich eine Zuflucht und eine Zukunft suchen. Sie berichtet gegenüber profil von den vielen frustrierenden Momenten, die sie in ihrer ehrenamtlichen Arbeit erleben muss.

Die Helferin erzählt von einem afghanischen Mädchen und ihrer Familie. Nach anfänglich gutem Start und einer lebensrettenden Operation für das Mädchen muss die Helferin zunehmend mit Frustration umgehen: Die mittlerweile junge Frau lässt Schul- und Ausbildung schleifen, der nur wenig ältere Bruder bekommt nun ein Kind mit seiner Freundin, der Vater lernt kein Deutsch und bemüht sich nicht genug um Arbeit. Fokus und Tonalität des Artikels liegen klar auf den Enttäuschungen, die die ehrenamtliche Tätigkeit mit sich bringen können. Verallgemeinernd berichtet die Journalistin, dass viele Helfer „von Erfolgsgeschichten lesen, die nicht zu ihren eigenen Erfahrungen passen“. Frustration im Ehrenamt weiterlesen